Französische Vorspeisen

Kaum ein französischer Haushalt, auch nicht der allereinfachste, und kein Restaurant, in dem eine der beiden Hauptmalzeiten ohne die Vorspeise, das Hors d’oeuvre oder auch Entrée aufgetragen werden. Wörtlich übersetzt heißt Entrée ja in diesem Zusammenhang “Die Eingangsspeise, der Gang vor dem Hauptgang”.

Selbstverständlich können sich nur die Allerwenigsten täglich getrüffelte Gänseleberpastete, Schnecken, geräucherten Lachs oder Krabben als Vorspeise leisten. Aber darum geht es auch gar nicht. Es geht darum, so lange wie möglich bei Tisch zu sitzen, das Brot mit den anderen, mit der Familie zu brechen, sich zu unterhalten, zu entspannen.

So sind in den allermeisten französischen Haushalten die Vorspeisen sehr einfach: Blattsalat mit Croutons etwa, hartgekochte Eier mit etwas Mayonnaise oder auch eine Scheibe Schinken, etwas geschnittene Wurst. Hingegen ist Suppe in Frankreich als Vorspeise überhaupt nicht beliebt.

Auch in den allereinfachsten Restaurants, die dicht an den stark befahrenen Routen liegen, den Routiers (übers.: die von der Strasse) wäre es undenkbar, den LKW-Fahrern ein Mittag- oder Abendessen ohne Vorspeise zu servieren. Soviel Zeit muss sein. Man hat sie, man nimmt sie sich. Das ist Lebensart, französische Lebensart – ausgedrückt durch französische Vorspeisen.

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